Freitag 18. August 2017

Quo Vadis Europa?

 

In Zeiten eines wachsenden Nationalismus in vielen europäischen Staaten, stellt sich die Katholische Erwachsenenbildung die Frage, wie die Zukunft Europas aussieht und welche Rolle und Aufgabe die Katholische Erwachsenenbildung in diesem Zusammenhang hat.

 

Welche Leitidee steckt hinter Europa? Welche Leitidee bewegt uns als Katholische Erwachsenenbildung? Wie geht die Katholische Erwachsenenbildung mit dem Wunsch nach nationaler Identität um? Wie verorten sich die einzelnen Länder in Europa? Wie können Menschen für europäische Themen begeistert werden? Dies und weitere Fragen beschäftigten rund 20 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus acht Staaten vom 24.-26. April 2017 in Vilnius. Die Fachtagung wurde von der Europäischen Föderation für Katholische Erwachsenenbildung in Europa (FEECA) in Kooperation mit der Konrad-Adenauer Stiftung und dem Hilfswerk Renovabis durchgeführt.

 

Mit dem Referenten Arnoldas Pranckevičius, Leiter der Europäischen Kommissionsvertretung in Vilnius, gab ein begeisterter Europäer den ersten Impuls für die Fachtagung. Er machte deutlich, dass viele Nationalstaaten der EU bei eigentlich national verursachten Problemen die Schuld geben und zeigte auf, dass bei 27 Mitgliedsstaaten Lösungen zwar etwas Zeit benötigen, aber viele Verordnungen am Ende eine Arbeitserleichterung darstellen. So muss z.B. für den Warenexport nur eine und nicht 27 Verordnungen gekannt und beachtet werden. Es wurde auch deutlich, dass für die baltischen Staaten, die Bedrohung durch Russland eine große Bedeutung hat und für sie eine Mitgliedschaft in der EU von großer Wichtigkeit ist. Überhaupt hat die Tagung gezeigt, dass ein Austritt aus der EU für keinen der Teilnehmenden eine Option ist. Wichtig ist und bleibt ein Europa der Regionen, in denen nationale Identität gelebt werden kann, aber auch das Gefühl von Wirkmächtigkeit der Menschen bzw. der Regionen beachtet wird.

 

Bei dem Vortrag von Grazina Kaklauskiene, Direktorin der Nationalen Agentur für Erasmus+ in Litauen, wurde deutlich, dass die Bildungsprogramme der Europäischen Kommission seit Ihrem Start sehr erfolgreich und nachgefragt waren. Letztendlich zeigte sich aber auch, dass nur ein geringer Prozentsatz aller EU- Bürger/innen in den Genuss von diesen gekommen ist. Eine Budgeterhöhung, wie auch von den Bildungsträgern und den NA-Direktoren gefordert ist also unumgänglich.

 

„Leider wurde der ursprüngliche Grundsatz die Menschen Europas näher zusammen zu bringen oder Europa eine Seele zu geben, immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Grundbildung und Employability sind die letzten Jahre die handlungsleitenden Maximen geworden. Die EU muss stärker Programme fördern, die den europäischen Bürgersinn stärken und Sorge tragen, dass sich auch verstärkt nichtakademische Menschen an den Programmen beteiligen können“ fordert Dr. Alois Becker, Präsident der FEECA am Ende der Veranstaltung.

 

Die Europäische Föderation für Katholische Erwachsenenbildung – Federation Européenne pour l’Education Catholique des Adultes (FEECA) – verbindet nationale Zusammenschlüsse katholischer Erwachsenenbildungseinrichtungen zu einem europäischen Netzwerk. Die Aufgabe der Vereinigung ist neben der Förderung der katholischen Bildungsarbeit die Durchführung von Tagungen, Öffentlichkeitsarbeit und die Entwicklung von Projekten. www.feeca.eu

 

Quelle und Rückfragehinweis:

Europäische Föderation für

katholische Erwachsenenbildung

c/o KEB Deutschland e.V.

Rheinweg 34

53113 Bonn

Tel.: 0228/90247-10

hoffmeier@feeca.eu

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